Stress und Reflexe

Eingetragen bei: Kinesiologie | 0

Stress ist eine Reaktion des Körpers auf jegliche Art von Anforderung. Leben bedeutet, dass wir uns ständig an diese Anforderungen anpassen.

Wenn wir unter Stress stehen, ist eine verstärkte Muskelspannung die Folge. Jede Stressreaktion hat daher auch einen sensomotorischen Aspekt (zusätzlich zum biochemischen Aspekt).

Der Stop-Reflex

Die neuromuskuläre Anpassung in der Rückzugsreaktion betrifft vor allem die vordere Seite des Körpers.

Diese Rückzugsreaktion ist erstaunlich schnell und verläuft von Kiefer, Stirn und Augen über die Schulter- und Nackenmuskulatur hinunter zu den Beinen und Füßen. Der Körper wird gebeugt und zusammengezogen, als ob er fallen und sich in einer embryonalen Haltung zusammenrollen würde.

Dieser Reflex wird ausgelöst, bevor wir es bewusst wahr nehmen können.

Auslöser:

Auslöser können sein: negative oder bedrohliche Ereignisse, Befürchtungen, Ängste, offene Gefahren.

Wirkung:

Er verursacht Muskelverspannungen wie: Stiernacken, vorgezogener Kopf, hängende Schultern, flache Brust, gebeugten Rumpf, Kurzatmigkeit, schmerzende Knie.

Der Start-Reflex

Die Anpassung an die Handlungsreaktion äußert sich hauptsächlich auf der Rückseite des Körpers.

Der „Start-Reflex“ lässt uns im Raum vorwärts gehen und uns aufrichten. Er wird durch eine Kontraktion im Lendenbereich und eine Anspannung von Nacken, Schulter, Gesäß und Oberschenkeln bewirkt.

Wirkung

Dieser Reflex lässt uns die Welt erkunden. Bei jungen Menschen wird er immer wieder ausgelöst und hat einen positiven Effekt auf die Entwicklung. Im Laufe der Zeit wird er jedoch hauptsächlich dann aktiv, wenn wir Verantwortung tragen. Dies führt in der Folge zu einer gewohnheitsmäßigen Kontraktion der Rückenmuskulatur.

Gewöhnung und Fehlhaltung

Beide Reflexe werden im täglichen Leben immer wieder ausgelöst und führe zu Gewöhnung. Unser Gehirn speichert die Kontraktion als „normal“ und wir nehmen sie nicht mehr wahr. So kann es geschehen, dass unser Sinn für „gerade“ oder „aufrecht“ gestört wird.

Was können wir tun?

Da die Folgen der ausgelösten Reflexe funktioneller Natur sind, können sie auch durch Bewegung und Bewusstheit wieder rückgängig gemacht werden.

Übungen, die vor allem die bewusste Aktivierung der Rückenstrecker, Bauchmuskulatur und der anderen betroffenen Muskelgruppen fördern sind angesagt. Bewusste Bewegung lässt uns den Spannungszustand wieder „richtig“ wahr nehmen. Der Körper kann sich wieder selbst regulieren.

Lesen Sie mehr:

Hanna Thomas: Beweglich sein – ein Leben lang. Die heilsame Wirkung körperlicher Bewusstheit. Kösel-Verlag 1990

Finden Sie hier Übungsprogramme